48 Stunden

By Andreas Bliemeister

Gestern zum Theatermenü im Saalbau Neukölln. Im Rahmen der 48 Stunden von Nekölln gab es ein selbst zusammenstellbares Theatermenü zu genießen. Als Vorspeise gab es die Bunten Zellen, die Seniorentheatergruppe, die im Saalbau probt, die Ausschnitte aus ihrem aktuellen Programm gezeigt haben. Deutsche und Türkische Rentner haben dann ihr herrlich chaotisches aber zugleich auch erfrischend witziges Theater gezeigt. Besonders witzig war, dass mal alte Menschen Eltern und Kinder gespielt haben. Die entgegengesetzte Rollenverteilung, das heißt jemand junges schlüpft in eine ältere Rolle, kennt man ja und erscheint einem ganz normal. Wenn aber eine ca. 60-Jährige Frau auf einmal die Tochter eines etwa ebenso alten Mannes darstellt, dann ist das schon reichlich irritierend.
Der Hauptgang des Theatermenüs wurde von der Stehgreifbühne gereicht. Improvisationstheater deluxe. Zur Klavierbegleitung haben die 3 Schauspieler und die Schauspielerin auf Zuruf von Themen und Inspirationen aus dem Publikum jeweils kurze Szenen gespielt. Dabei wurde dann zwischendurch abgeklatscht und der- oder diejenige, der neu in die Szene eingetreten ist, hatte nun die Möglichkeit, die momentane Handlungssituation ganz frei umzudeuten. Sehr interessant anzusehen.
Der Nachtisch schließlich bestand aus einem Liederprogramm, das mit Hilfe von verschiedenen (Hand-)Puppen und auch einem Schattenspiel dargestellt wurde. Und auch hier wieder schöne Klavierbegleitung.
Als „Mokka“ schließlich gab es noch eine Tanzaufführung auf der großen Bühne. Und so richtig Neukölln-typisch: orientalische Musik und orientalischer Tanz, dazu roch es im Publikum ordentlich nach Bier… Interessante Mischung.
Wirklich ein schöner Abend. Leider war Anja, die ich lange nicht gesehen hatte und die mich kurz vor dem Hauptgang entdeckt hatte, später nicht mehr auffindbar. Ich hätte mich gerne noch mit ihr unterhalten und erfahren wie es ihr, ihrem Mann und ihren Kindern so geht.

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