Verstecken vor der Polizei

By Andreas Bliemeister

Kinder sprechen aus, was Erwachsenen nicht über die Lippen kommt. So auch gestern. Der Vater mit seinen zwei Söhnen fährt mit dem Bus die Straße entlang. Da, plötzlich, duckt sich das ein Kind, kommt erst nach einer kleinen Weile wieder hoch und vermeldet dem Vater stolz: „Ich hab mich geduckt, da war Polizei“. Schon das hat mir zu denken gegeben. Besteht in der Familie ein generelles Bedürfnis, sich vor der Polizei zu verstecken? Handelt es sich beim Abtauchen um die Nachahmung des Vaters? Doch das zweite Kind sorgt schon für Aufklärung: „Musst dich doch nicht verstecken, wir fahren doch mit dem Bus und nicht mit dem Auto.“ AHA, da ist es also. Die Schlagzeile könnte also lauten: Vater befördert Kinder ungesichert im PKW.  Jetzt stellt sich vor mir das Bild ein, wie es wohl bei einem normalen Familienausflug im Auto zugehen könnte. Was außer den Kindern muss dann wohl noch versteckt werden? Und was, wenn die Familie in eine Verkehrskontrolle gerät? Amok und Chaos? Den Kindern ist jedenfalls kein Unrecht vorzuwerfen, sie stören sich nicht an dem Gedanken, sich im Auto ducken zu müssen, wenn die Polizei am Horizont der Windschutzscheide auftaucht. 

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